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Die Geschichte Berlins im Überblick

1237 bis 1587

1660 bis 1848

1852 bis 1862

1871 bis 1875

1878 bis 1898

1898 bis 1920

1926 bis 1967

ab 1985


1237-1587

 
1237

Erste urkundliche Erwähnung Berlins

1307

Zusammenschluss von Berlin und Cölln

1348

Erste grosse Pestepidemie

1572

Erste Wasserleitung auf initiative des Bürgermeisters Johann Blankenfeld gelegt

1576

Rund 4.000 Pesttote in Berlin

1583

Befehl des Kurfürsten Johann Georg an die Berliner, ihre Höfe zu reinigen

1587

Der Scharfrichter erhält die Zuständigkeit für die Strassenreinigung


1660-1848

 

1660

Einsetzung von Gassenmeistern zur Unratbeseitigung gemäß der Ersten Berliner Brunnen- und Gassenordung

1700

Erste Anordnung zur regelmäßigen Reinigung der Bürgersteige in Berlin

1735

Friedrich Wilhelm I führt die regelmäßige Strassenreinigung ein. Der Unrat wird aus der Stadt geschafft.

1848

Die Stadt Berlin übernimmt die Strassenreinigung und unterstellt sie der Feuerwehr


1852-1862

 

1852

Verträge mit Charles Fox und Thomas Crampton über ein 25 jähriges Monopol zur Wasserversorgung Berlins

1855

Justus Liebig stellt seine Dünger-Regeln auf und wird damit zu einem Begründer der modernen Mineraldüngung in der Landwirtschaft. "Die Höhe des Ertrages eines Feldes steht im Verhältnis zu demjenigen zur völligen Entwicklung der Pflanze unentbehrlichen Nährstoff, welcher im Boden in kleinster Menge (in minimo) vorhanden ist".

1856

Bau eines 114 km langen Rohrleitungssystems und eines Wasserwerks durch die Berlin Waterworks Company

1857

669 Hausanschlüsse an die "englische" Wasserversorgung

1861

Wiebe-Plan für eine Kanalisation Berlin; dieser wird später zu Gunsten des Hobrecht-Plans verworfen, da Wiebe das Abwasser direkt in die Spree leiten will.

1863

Gemeinsame Vorschläge von Wiebe und Crelle zum Bau einer Mischwasserkanalisation in Berlin

1862

2349 Hausanschlüsse der Wasserversorgung; Berliner stehen dem Projekt skeptisch gegenüber


1871-1875

 

1871 bis 1872

Verrieselungsversuche auf den Tempelhofer Feld am Kreuzberg

1873

Bildung einer städtischen Baukommission unter der Leitung von Hobrecht und Virchow. Beginn des Kanalisationsbaus nach langjährigen politischen Auseinandersetzungen. Ankauf des ersten Rieselgutes: Osdorf. Ankauf der Wasserwerke durch die Stadt Berlin, da die Waterworks Company zu diesem Zeitpunkt erst die Hälfte der inzwischen 900.000 Einwohner mit Wasser versorgt

1874

Erlass des Polizeipräsidenten alle Grundstücke an die Kanalisation anzuschliessen.

1875

Kauf des 1170 ha grossen Gutes Falkenberg


1878-1898

 

1878

Inbetriebnahme der ersten Teile des aus zwölf Entwässerungsgebieten bestehenden Radialsystems

1882 bis 1883

Ankauf der Güter Malchow, Wartenberg, Blankenburg, Rosenthal und Blankenfelde

1885

Ankauf des Gutes Hellersdorf

1886 bis 1904

Zukäufe in Blanken felde und das Obstgut Blankenburg (1880 ha)

1887

1,15 Mill. Berliner sind an das Rieselfeldsystem angeschlossen; die Abwassermenge beträgt 42 Mill m³/Jahr

1893

Bis auf System XI ist das radiale Entwässerungssystem fertiggestellt es entwässert 5595 ha Fläche über 144 km unterirdische Kanäle und 584 km Rohrleitungen; erste Kläranlagen in Pankow und Lichtenberg nach den Röckner-Rothe-Prinzip: Fällung von Inhaltsstoffen mit Kalk und schwefelsaurer Tonerde, der Anfallende Klärschlamm wird getrocknet und zu Dünger verarbeitet

1898

Kauf des Rieselgutes Buch


1898-1920

 

1898 bis 1901

Bau von Kläranlagen mit Kohlebrei-Fällung (nasser Braunkohlenstaub und/oder Torf unter Zusatz von Eisensulfat und -chlorid) und Röckner-Rothe-Klärtürmen dem in Tegel, Spandau, Oberschöneweide und Reinickendorf

1905 bis 1906

Bau der ersten biologischen Tropfkörper-Kläranlage für 150.000 Wilmersdorfer Bürger in Stahnsdorf

1907

Die Administration Schönerlinde (644 ha) wird angekauft

1908

Hobrechtsfelde wird mit Gutshof, Sägewerk, Fleischerei, Schule und Gemeinschafthaus fertiggestellt.

1911

System XI das letzte Teilstück der Hobrecht´schen Entwässerungsplanung geht in Betrieb

1913

Die Stadt Berlin besitzt inzwischen 14.364 ha Rieselgüter mit 8.563 ha direkter Verrieselungsfläche

1914 bis 1917

Zweite Ausbaustufe der Stahnsdorfer Anlage für insg. 300.000 Einwohner

1920

zur Gemeindereform Berlins nutzten 44 Gemeinden und Gutsbezirke Rieselfelder zur Abwasserentsorgung, nur 6 Kläranlagen.


1926-1967

 

1926

Der Anteil der Industrieabwässer beträgt inzwischen 7,3 %; davon stammen etwa 25 % aus Gaswerken und der metallverarbeitende Industrie und sind überwiegend mit anorganischen Schadstoffen belastet

1925

Strafgefangene, Bettler, Obdachlose und Prostituierte werden in "Fürsorgeeinrichtungen und Irrenanstalten" auf den Rieselfeldern Blankenfelde, Blankenburg, Wansdorf, Kleinbeeren, Sputendorf, Gütergotz und Deutsch-Wusterhausen untergebracht und müssen dort Zwangsarbeit leisten.

1927

Die jährliche Abwassermenge steigt auf 182 Mill. m³, die vorhandenen Kläranlagen sind aufgrund von Überlastung abgeschaltet. Die gesamte Abwasserentsorgung geschieht über Rieselfelder.

1935

Die Abwassermenge steigt auf 237 Mill. m³/Jahr an. Das Klärwerk Wassmannsdorf nimmt seinen Betrieb auf.

1963 bis 1968

Bau des Klärwerkes Falkenberg

1967

Umstellung von 1.133 ha der Bucher Rieselfelder auf Intensivfilterbetrieb (bis zu 10.000 mm/a Abwasser)


1985-

 

1985

Beginn der Umgestaltungs- und Aufforstungsmassnahmen in Buch

1986

Einstellung des letzten Rieselbetriebs in Buch

1988

34 % der Westberliner Abwässer werden immer noch auf Rieselfelder verbracht, etwa 1 % nach Gatow, der Rest nach Großbeeren


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